Begegnungshaus für Waltershofen: Bürgerschaftliches Engagement angemessen unterstützen

ID: 122
Erstellt von JKF am 18.01.2017 um 18:32 Uhr
Kultur Soziales

Mit hohem bürgerschaftlichen Engagement ist der Verein „Z’sämme – Bürgernetz Waltershofen e.V.“ mit vielen Bürgerinnen und Bürger daran, den ehemaligen Farrenstall im Zentrum Waltershofens zu einem generationsübergreifenden Begegnungshaus auszubauen.
Hintergrund
Geleitet von dem gemeinsamen Ziel, Waltershofen als lebenswerte Gemeinschaft zu erhalten und zu fördern, haben sich Waltershofener Bürgerinnen und Bürger und die Stadt Freiburg zusammengeschlossen, um durch diese Verbindung als generationsübergreifende und inklusive Gemeinschaft die dazu notwendige und hilfreiche Infrastruktur zu schaffen und zu stärken. Bürgerschaftlichem und institutionellem Engagement soll auch durch die Erschließung geeigneter Räume eine Heimat und organisatorische Basis geschaffen werden.
Zur Verbesserung der sozialen und kulturellen Entwicklung der Ortschaft Waltershofen sollen räumliche, finanzielle und personelle Ressourcen für bürgerschaftliches Engagement erschlossen werden.
„Begegnung braucht Raum“ – deshalb sind Aufbau und Betrieb einer zentral gelegenen, fußläufig erreichbaren Begegnungsstätte Schwerpunkt der Bestrebungen des Vereins und der Ortschaft.
Dabei geht es nicht primär um einen zukünftigen Raumbedarf, sondern um Platz für die zahlreichen, bestehenden Projekte von „Z’sämme“ und für die Aktivitäten anderer Vereine und Initiativen. Einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins gibt die Internetseite www.zaemme.net.
Demografischer und soziokultureller Wandel führt auch in Waltershofen dazu, dass sich der Kontakt- und Versorgungsbedarf älterer Menschen einerseits und die diesbezüglichen Chancen andererseits stark auseinander entwickeln. Abnehmende Bevölkerung der 30- bis 60-jährigen „pflegenden Kinder“, die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und die abnehmende Bedeutung pflegebereiter Milieus stehen einer steigenden Zahl alleinlebender älterer Menschen gegenüber.
Ziele
In einem Begegnungshaus
• soll gesellschaftliche Teilhabe auch in hohem Alter durch einen niedrigschwelligen Zugang ermöglicht werden,
• sollen Begegnungsstrukturen für ein inklusives, generationsübergreifendes Miteinander geschaffen werden,
• soll Hilfe und Beratung organisiert und vermittelt werden,
• soll als Ausgangspunkt für Aktivitäten und Unternehmungen eine aktive Lebensgestaltung gefördert werden.
Die Zielsetzung des Waltershofener Begegnungshauses entspricht den Zielen der „Richtlinien zur Förderung von Begegnungszentren und Begegnungsstätten durch die Stadt Freiburg im Breisgau“ (siehe Drucksache G-14/171) und greift die Ergebnisse und Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Frauen & Männer 65plus – Leben und Wohnen im Quartier" (vgl. Drucksache G-14/179) auf.
Das hohe bürgerschaftliche Engagement im Stadtteil bietet die Gewähr nicht nur für die Errichtung des Hauses, sondern auch für die lebendige Umsetzung dieser Ziele.
Das Haus
Der „alte Farrenstall“, wie das Gebäude in der Ortsmitte genannt wird, war seit seiner Erbauung vor über 100 Jahren schon immer Gemeinschaftshaus für den Ort. Wegen der historischen Bedeutung dieser Nutzung genießt das Gebäude auch Denkmalschutz.
Der Bau
In einem ersten Bauabschnitt wurde das Gebäude zunächst statisch gesichert, durch ein neues Dach vor weiterem Verfall bewahrt und für die künftige Nutzung mit Wasser-, Gas-, Strom- und Telekommunikationsanschlüssen erschlossen.
Ziel dieses ersten Bauabschnitts ist die Nutzungsfreigabe für den unteren Stock (Erdgeschoss), wenn ein großer Saal, eine Küche und die Toilettenanlagen barrierefrei genutzt werden können.
Der aktuelle Baustand und der Fortgang der Arbeiten lassen sich unter www.zaemme.net/baualbum.htm im Internet verfolgen.
Perspektive
Der steigende Bedarf an Begegnungsmöglichkeiten (siehe oben) wird aller Voraussicht nach der 2. Bauabschnitt mit dem Ausbau des oberen Geschosses (Dachgeschoss) sehr bald notwendig werden.
Auch dieser Teil des Gebäudes wird dann durch einen Aufzug barrierefrei nutzbar sein.
Resümee
Der bereits heute deutlich sichtbare und weiter steigende Bedarf nach Begegnungsmöglichkeiten einerseits sowie der durch das hohe bürgerschaftliche und finanzielle Engagement der Waltershofener ermöglichte Erfolg von „Z’sämme“ und vor allem dessen Begegnungshaus-Projektes andererseits, versprechen eine nachhaltige und lohnende Investition in die Entwicklung des Stadtteils.
In diesem Sinne bitten wir um eine Förderung durch die Stadt Freiburg.

Kommentare (5)

Moderation

Kommentar der Moderation
04.05.2017 13:59

Vom Gemeinderat mehrheitlich befürwortet und in den Doppelhaushalt 2017/2018 aufgenommen:

Das Begegnungszentrum Farrenstall in Waltershofen erhält für den Umbau einen Investitionszuschuss von 50.000 Euro in diesem und im nächsten Jahr.

Alle erfolgreichen Anträge siehe http://www.freiburg.de/pb/Lde/1080435.html

Moderation

Kommentar der Moderation
17.03.2017 15:00

In die Haushaltsberatungen eingeflosssen.

Zu diesem Thema haben Fraktionen des Gemeinderates einen Änderungsantrag zum Haushaltsentwurf der Verwaltung gestellt.

Die Anträge von Grünen, SPD, UL, FL/FF und FW unter http://www.freiburg.de/haushalt > Haushaltsberatungen > OZ 167, 168, 169, 170, 171

Max

05.02.2017 20:01

Tolles Projekt, das unbedingt priorisiert werden muss!

JKF

04.02.2017 21:40

Viele NutzerInnen des Begegnungshauses und UnterstützerInnen des Vorschlages sind lebensältere Mitbürger, die nicht über die digitalen Kompetenzen verfügen, den im Freiburger Beteiligungshaushalt exklusiv vorgegebenen Mitwirkungsweg über das Internetforum zu nutzen.
Da es mit den Zielen des „Aktionsplan für ein inklusives Freiburg“ wohl kaum vereinbar ist, dass de facto eine große Zahl vor allem lebensälterer Bürger durch das Fehlen entsprechender Kompetenzen von einer Mitwirkungsmöglichkeit im Beteiligungshaushalt ausgeschlossen sind, haben wir diesem Personenkreis die Möglichkeit gegeben, ihre Unterstützung durch eine Unterschrift zum Ausdruck zu bringen. Diese Unterschriftenlisten werden der Projektgruppe Beteiligungshaushalt und in Kopie dem Seniorenbüro der Stadt Freiburg und der „Koordinationsstelle Inklusion“ zur Verfügung gestellt. Ich gehe davon aus, dass die Stimmen dieser Bürger nicht wegen der für sie unerreichbaren Form „Online-Forum“ ignoriert werden.

Frida

30.01.2017 22:53

eine sehr gute Sache, unterstützt es bitte!